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7. Feb 2016

Reguläres Treffen

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Wir treffen uns regelmäßig in unseren Räumlichkeiten am Friedemann-Bach-Platz 6, Seiteneingang Bergstraße, 1. OG., um Projekte zu planen, Ideen auszutauschen und unsere Arbeit abzustimmen. Zur Zeit Laufen die Vorbereitungen für den binationalen Workshop in Halle. Wenn Du Lust hast, Dich bei mediA≡H einzubringen, dann bist Du herzlich eingeladen, an unserem nächsten Treffen teilzunehmen:

 – am Donnerstag, den  11.02.2016 um 19:00 Uhr –

21. Jan 2016

Einladung zur Teilnahme

Verfasst von

flyer vorn WSW 2016 Flyer hinten WSW 2016

11. Dez 2015

Halle kooperiert mit arktischer Uni

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60. Universitäts-Partnerschaft unterzeichnet: Halle und Archangelsk kooperieren

http://pressemitteilungen.pr.uni-halle.de/index.php?modus=pmanzeige&pm_id=2501

http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/60–universitaets-partnerschaft-der-mlu-halle-kooperiert-mit-arktischer-uni,20640778,32891428.html

3. Nov 2015

mediA≡H öffnet die Türen

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Offener Abend 09.11.15Am Montag, den 09.11.2015 laden wir alle Interessierten zu unserem Nachmittagsfest ein. Verschiedenes steht auf dem Programm:

 Projektvorstellung

Präsentation der Workshopergebnisse

Möglichkeiten des Engagements

Austausch bei Tee, Kaffee und Gebäck

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

15. Apr 2015

Besucht unseren Stand auf dem TdsE

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TdsE April 2015Am Donnerstag, den 23. April ab 15:30 Uhr stellt sich mediA≡H auf dem Tages des studentischen Engagements vor. Wir laden alle Neugierigen ein, unseren Stand auf dem Campus zu besuchen, um mit uns ins Gespräch zu kommen. Gerne erläutern wir,  wie die interkulturelle Initiative mediA≡H „funktioniert“, informieren über unserere jüngsten Projekte und erzählen von unseren Erfahrungen. http://www.engagiert-euch.de

9. Apr 2015

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Die mediA≡H-Teilnehmer 2015 stellen sich vor: Im Rahmen des Workschops wurde der russischen Film Стиляги sowie der deutsche Film Free Rainer geschaut. Die TeilnehmerInnen  schildern ihre Eindrücke in fünf Sätzen.

Elina Mania

Elina ManiaСтиляги: „Durch die Musik war der Film sehr emotional. Die Gefühlswelt von Mel(s) war sehr anschaulich und nachvollziehbar. Die Thematik des „sich selbst findens“ wird durch die verschiedenen Freundesgruppen deutlich kontrastiert. Der Film lebt von Musik, Gestik und Symbolik (Farben) und beeindruckt mich durch die verfolgte Konsequenz und Authentizität der Handlung. Sehr empfehlenswert!

Free Rainer: Der Film wühlt mich sehr auf. Ich finde die Handlung sehr überspitzt gezeigt und in der Fülle der Handlungsstränge überladen. Alles wird zu plakativ und leicht machbar umgesetzt und wirkt damit sehr konstruiert und lebensfern für mich. Die im Film ausgeübte Kritik an der Gesellschaft wird in der Handlung ignoriert, sodass der Film inkonsequent ist. Dennoch regt er zu Diskussionen an und provoziert, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen.

Maria Nordmann

Maria NordmannСтиляги: „Der Film war in allen Momenten sehr interessant. Die Konfrontation der beiden Parteien standen im starken Gegensatz zu dem ansonsten sehr witzigen Teil, welcher überwog. Durch die Musik wurden die jeweiligen Szenen sehr gut untermalt. Die Nutzung verschiedener Farben (kältere Blautöne für die Konfliktgeladenen und warme Farben wie rot, orange und gelb für die spaßiger Szenen) unterstrich den Eindruck noch mehr. Alles in Allem ein spannender, abwechslungsreicher Film.“

Free Rainer: „Der Film hat die Situation im deutschen Fernsehen sehr überspitzt dargestellt. Es wurden sehr viele Klischees über Arbeitslose aufgegriffen. Es war sehr unrealistisch. Auch die Symbolhaftigkeit war sehr simpel gehalten.“

Gregor Klimmasch

Gregor KlimmaschСтиляги: „ „Stilyagi“ ist ein sehr bunter und lauter Film, der sich mit dem Thema „anders sein“ in einer gleichgeschalteten Gesellschaft befasst. Die Choreographie der vielen musikalischen Einlagen folgt diesem Aspekt. Die Hauptfigur Mel ändert seine gesamte Einstellung und sein Äußeres, um zu einer Gruppe zu gehören, die anders sein will, als der Rest. Auf ironische Art und Weise passt er sich an, um sich abzuheben. Bürgerliche, wie frühe Heirat und Nachkommen bleiben aber trotzdem bestehen.“

Free Rainer: „ Alles in Allem war der Film, als Satire gesehen, ziemlich gut. Die deutsche Fernsehlandschaft wurde auszugsweise sehr stark kritisiert und extrem übertrieben dargestellt. Die handelnen Personen, wie auch die Figurenkonstellation waren stark stereotypisch, was der primären Aussage des Films wiedersprach, sie ironisch aber auch bekräftigte. Der Film hatte viele Längen, die kürzer hätten dargestellt werden können und nahm sich bei der Erklärung bestimmter Sachverhalte nicht genug Zeit. Er ist sicherlich schwer verständlich für Personen, die sich mit der deutschen Fernsehlandschaft nicht auskennen.”

Rebekka Reichert

Стиляги: Rebekka Reichert„Der Film zeigt gut den Wunsch der jungen Leute nach Individualität und dennoch auch nach dem Gefühl zugehört, Teil einer Jugendbewegung zu sein. Dabei wird nicht kritisch hinterfragt, dass, wie am Protagonisten gezeigt um „dazu zu gehören“ allein der Kleidungsstil ausreicht. Der Film ist sehr bunt und die musikalische Gestaltung ist gut. Besonders in der Szene in der Universität, wo alle Kommilitonen im Chor singen. Auch werden die Protagonisten vor wichtige Entscheidungen gestellt, wie Freddy, der beschließt Alles zu Gunsten einer Karriere in den USA aufzugeben.“

Oliver Kauert

Oliver KauertСтиляги: „Zunächst hat mich der Film überhaupt nicht gepackt. Nach der Liebesszene wurde ich deutlich aufmerksamer. Natürlich habe ich für mich persönlich eine Botschaft im Film erkennen können, die vielleicht zu banal ist, jedoch denke ich, dass uns gesagt werden sollte, dass die Leute in der Sowjetunion, trotz des trist wirkenden Alltags, Möglichkeiten gefunden zu haben, diesen bunt einzufärben. Zweitens sich der strengen Normen zum Trotz, eigene Wege gegangen zu sein. Das Sujet des Filmes hat mir  gefallen, war zwar nichts neues, jedoch sehr originell umgesetzt. Er kam durchaus mithalten und ich würde ihn weiterempfehlen.!

Free Rainer: „Im Großen und Ganzen war es ein sehr interessanter Film, der die den Bach hinuntergehende TV-Landschaft zeigen wollte und Leute gezeichnet hat, die aus den unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten stammend, etwas dagegen unternehmen wollen. Meine Meinung zum Fernsehen hat der Film gut reflektiert. Er hat mit Klischees gespielt, aber gleichzeitig, hoffentlich, Leuten die Augen geöffnet.“

Anastasia Smirnowa

Anastasia SmirnovaСтиляги: „Ich habe diesen Film schon mal gesehen. Ich mag diesen Film, weil er sehr gut und lustig ist. Es ist also ein Musikfilm und ich mag Musik sehr. Und die Atmosphäre des Films ist unvergesslich. Auch gefallen mir die Farben, der Film ist bunt und hell. “

Katharina Frisch

Katharina FrischСтиляги: „Mir hat der Film gefallen, weil es viele bekannte Lieder gab, die ich kannte. Ich fand die Kostüme und die Aufnahme sehr gut, man konnte sich gut in die Zeit hineinversetzen. Es waren viele ernste Momente dabei und ich denke es wird allgemein eine schwierige Zeit beschreiben, deshalb fand ich es gut, dass auch lustige Momente eingebaut waren.“

Olga Krylova

Olga KrilovaСтиляги: „Да, все люди разные – это главная идея фильма, я считаю. Но, стиляги, по-моему, слишком утрировали или лучше сказать агитировали свое право на самовыражение. Это их форма протеста против существующих ограничений, но с другой стороны – пример для других. Но для меня эти поющие, танцующие, развлекающиеся люди не выглядят людьми серьезными, думающими о своем будущем, как например Фрэнк. Хотя опять же, нельзя сказать, что эти люди не представляют ценности для общества. Наоборот они его яркие представители, не зависящие от строгих правил и родительских желаний.“

Anna Tschurkina

Anja TschurkinaСтиляги: „Dieser Film zeigt uns die Situation in Russland in den 50er Jahren. Für die Jugend, die sich von der Masse abhieb, war es sehr schwierig. Leider empfinden es einige Leute auch noch heute anormal, wenn sich Menschen von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden. Das macht mich traurig.“

Denis Boitsov

DenizСтиляги: „После просмотра фильма «Стиляги» у меня сложилось неоднозначное мнение. Сама идея фильма забавная, однако, такое чувство, будто диалоги в нем были переведены с русского на незнакомый мне язык, а затем обратно. Идея с мюзиклом была действительно смелая, и получилось весьма неплохо. Еще я заметил, что в начале фильма говорится, что на дворе 1955 год, однако в фильме можно заметить вещи, не характерные для того времени. Если вкратце – смотреть можно, ставлю 7 из 10 и в силу простоты диалогов рекомендую к просмотру тем, кто изучает «великий и могучий» русский язык.“

Natalia Khametschina

Natascha HametschinaСтиляги: „Der Film hat mir sehr gut gefallen. Es fällt so schnell ins Augen dieser Unterschied zwischen „Stilagys“ und den einfachen Leuten. Auch in solcher schwerer Zeit waren mutige Leute, die keine Angst davon haben, sich zu zeigen und sich nicht zu schämen. Meiner Meinung nach ist der Film sehenswert!“

Kseniia Bereznykh

Xenia BerezhnihСтиляги: „Ich habe den Film zwei oder dreimal gesehen. Der Film ist bunt und interessant. Alles ist verboten und Jugendliche möchten Individualität zeigen. Diese Jugendbewegung schockiert andere Menschen. Der Film zeigt uns wie man seine Individualität mit Hilfe von Kleidung und Musik ausdrücken kann.“

Viktor Brandt

Viktor Brandt (2)Стиляги: „Ein Farbfleck in der Mitte des „grauen Alltags“ – eine tolle Parodie eines selbstbestimmten Lebens. Der Film hat mich überrascht, erheitert und unterhalten. Schöne Bilder, spritzige Musik, wunderbarer Humor. Alles in allem fand ich den Film sehr überzeugend, da erübrigt sich die Frage nach dem historischen Wahrheitsgehalt.“

Free Rainer: „Aus meiner Sicht thematisiert der Film ein relevantes soziales Problem, nämlich, dass das Fernsehen zunehmend die Lebenswirklichkeit der Menschen bestimmt und dass es manipulativ eingesetzt werden kann. Die Hauptfiguren versuchen den Einfluss der „bösen“ hegemonialen Filmbranche auf die verblödenden TV-Konsumenten zu unterbinden, und werden dabei selber, wenn auch mit „guten Absichten“, zu Manipulatoren. Mir gefällt die filmische Umsetzung. Einige Stellen gefielen mir wegen der parodistischen zum Teil absurden Zuspitzung, andere empfand ich nicht besonders überzeugend.“

Anna Belokopytova

Anja BelokopitovaСтиляги: „«Стиляги» для меня очень разносторонний фильм. Мне очень нравятся фильмы-мюзиклы, а этот фильм произвел на меня особое впечатление. Проблема поколений всегда будет в обществе. Главное, это дать возможность молодым людям развиваться так, как они сами того хотят.“

Svetlana Malikova

Svetlana MalikovaСтиляги: „Ich habe gemischte Gefühle. Einerseits haben mir die Kleidung, der Style und das Tanzen sehr gefallen. Andererseits gibt es in diesem Film zu viele Lieder. Ich sehe Musicals nicht so gern. Aber das Wichtigste ist, dass dieser Film die Mode der 50er Jahre sehr gut darstellt.“

Daria Kuznetsova

Darja KuznetsovaСтиляги: „Фильм впечатляет своей яркостью. Невольно поражает это бесконечное стремление молодых людей избавиться от монохромной действительности. Пусть в невообразимо ярких красках, кричащих костюмах, в безбашенном поведении, но они находили себя, свое собственное «я», отличающее их от посредственной серой массы. Фильм учит открытости, смелости показать свое маленькое внутреннее безумие. Стиляги- эта эпоха вульгарных галстуков и динамичных танцев пролетела одним мгновением. Но именно такие мгновения, яркие и ускользающие, остаются в памяти навсегда.“

Julya Terentjewa

Julja TerentjewaСтиляги: „Das ist ein gutes Beispiel, dass verschiedene Subkulturen existieren können. So kann man auf eigene Meinung auf solche Weise ausdrücken. Und mir gefallen alle Kleidungen und Helden. Und die Liebe illustriert die Schwierigkeiten, wenn die Teenager wachsen. Und es gibt so viele Lieder, deshalb war es manchmal schwierig wahrzunehmen.“

Leonore Grottker

Leonore GrottkerСтиляги: „Ich mochte den Einsatz des Lichts, es hat die Handlung immer sehr gut unterstützt und wirkte atmosphärisch. Die Gegenüberstellung der Sowjets und Hipsters wurde gut durch den kompletten Stil unterstrichen. Für mich ging die Verwandlung von Mels zu Mel zu schnell vonstatten. Das Ende war für mich zu übertrieben. Die Charaktere wurden detailliert und liebevoll dargestellt.“

Free Rainer: „Insgesamt fand ich den Film sehr gut gemacht. Ich mochte die Hauptcharaktere, obgleich ich finde, dass sie hätten ausführlicher dargestellt werden können. Für mich hat der Film in vielerlei Hinsicht gespielt: als Medium, was selbst Teil von dem ist, was es kritisiert, als Aufzeigen einer Utopie (m. E.) Und ich habe mich sehr gefreut, dass die Liebesgeschichte nicht vertieft wurde.“

Max Szary

Max SzaryСтиляги: „Netter Ansatz. Erhebliche Längen. Zu viel Musik meiner Meinung. Schönes Bühnenbild. Gute Besetzung.“

Anja Göbl

Anja GöbelСтиляги: Viel zu viel „Highschool musical“. Zu wenig Inhalt. Film wurde nicht gut kontextualisiert. Wenig glaubhaft, dass er in 50er Jahren spielt.

Robert Oertel

Robert OertelСтиляги: „Der Film ist ein humorvolles Musical mit einem mitreißenden, von Jazz dominierten Soundtrack. Die Liebesgeschichte ist sehr romantisch. Wenn der Film zur Drama wird, schafft er es nicht wirklich an Tiefe zu gewinnen, was aber dem Genre geschuldet ist. In dem Film geht es um das Recht auf Individualität in einer gleichförmigen Gesellschaft. Die positive Botschaft ist: sei du selbst, steh dazu! Nur dann bist du wirklich frei.“

Elizaveta Rezvaia

Elizaveta ResvaiaСтиляги: „Как мюзикл фильм «Стиляги» очень хорош, особенно понравилась смесь новых текстов, написанных специально для фильма, с уже созданными известными композициями – это оригинально. Персонажи в фильме все разные, каждый имеет свои особенности и каждый по-своему привлекателен – у каждого своя проблема, своя жизнь, свое окружение. Фильм достаточно продолжителен, но динамичен, весел и неоднообразен, что позволяет смотреть его на одном дыхании.“

Marie Gräbner

Marie GraebnerСтиляги: „Die Filmästhetik betreffend fand ich das Spiel mit den Farbkontrasten sowie die teils unerwarteten Kameraperspektiven sehr ansprechend. Direkt im Anschluss an den Film bleiben für mich allerdings noch Fragen offen, die sich hoffentlich in Gesprächen oder durch Recherche zum Hintergrund des Films klären.“

Mariia Vardanashvili

Maro WardanashwiliСтиляги: „Впечатляющий фильм, который показывает нам, что люди всегда боялись выделяться и быть другими. Не стоит загонять душу в рамки, она должна лететь. «Это здорово, когда все люди разные».“

Anna Shkurikhina

Anna ShkurikhinaСтиляги: Ich fand den Film sehr „erfrischend„; schnelle Schnitte, interessante Kameraeinstellungen, bunt und schrill – hat mir gut gefallen. Auch die Botschaft, die vermittelt werden sollte, nämlich „sei anders, sei einfach du selbst“, für ein interkulturelles und offenes Miteinander. Ich frage mich, wie der Film beim russischen Publikum angekommen ist, denn schließlich war dieser auch voller Kritik. Kritik des Kommunismus, der grauen und langweiligen Gleichheit, deshalb denke ich, dass dieser Film besonders bei den jungen Leuten sehr gut ankam, vor allem wegen der Musik.

Free Rainer: Meiner Meinung nach war die Idee des Films zu zeigen, dass Fernseher lügt. Alles, was im Fernseher gezeigt wird, hat den Zweck die Menschen zu manipulieren. Dadurch hat man falsche Vorstellungen über die Welt. Man sieht tolle Autos, Häuser, reiche Leute und denkt, dass es auch im realen Leben so sein muss. Im Film wird es kritisiert, dass durch den Schau der Programme, die im Fernseher gezeigt werden, werden die Menschen immer dümmer. Und das muss doch nicht sein. Die Darsteller im Film versuchen zu zeigen, dass des Fernsehen das Leben schildern und mehr geistig fordern muss, damit die Menschen sich entwickeln und mitdenken können.

Alexey Malygin

Alexey Malygin

 

 

 

 

 

Anna Kästner

Anna Kästner

 

 

 

 

 

 

Valentina Razinkowa

Valentina Rasinkova

Elizaveta Samsoniyk

Elizaveta Samssonjuk

 

 

 

 

 

Anastasiia Sharina

Anastasia Scharina

 

 

 

 

 

Andreas Emcev

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Ksenia Neschenko

Xenia Neschenko

 

Ekaterina Vjacheslavova

Стиляги: „Dieser Film gefällt mir, weil es darin so viele Lieder gibt. Es ist eine Art Musikfilm. Helle Farben, ungewöhnliche Kleidung – das ist gut für graues Leben. Ein guter Film.“

Igor Taran

Nadezhda Azayeva

Aleksander Petrovskii

9. Apr 2015

Photos 2015

Verfasst von

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6. Apr 2015

Herzliche Einladung zum Abschlussabend des Workshops 2015

Verfasst von

10411199_927790430619186_3990841138350478548_nDie intensive Arbeitsphase neigt sich dem Ende. Wir möchten alle Interessenten zur Abschlussveranstaltung einladen. Bei einem selbst zubereiteten deutsch-russischen Buffet werden die Ergebinsse der Kleingruppen vorgestellt.

Ort: Institut für Philologie und Interkulturelle Kommunikation,  ул. Смольный Буян, 7, Raum 307

Uhrzeit: 18 Uhr

6. Apr 2015

Literarische Texte 2015

Verfasst von

Hinter der Kamera (Gregor Klimmasch & Maria Nordmann)

Die Schminke verwischt. Die einst so makellose Haut hat ihren Glanz verloren. Falten zieren nun mein Gesicht. Dabei war das Aussehen mein größtes Kapital. In Russland kannte jeder meinen Namen, aber diese Zeit ist vorbei. Heute bin ich nur eine von vielen. Nur ein kleiner Tropfen im Meer. Auf der Straße werde ich schon lange nicht mehr erkannt. Auch Autogramme habe ich seit Jahren nicht mehr gegeben. Ich wanke zum Schminktisch und stelle die Flasche ab. Am Spiegel klebt ein Foto einer jungen, bildhübschen Frau. Das Gesicht im Spiegel sieht ihr ähnlich. Die Wangenknochen sehen gleich aus. Die Wangen sind jedoch eingefallen. Die blauen Augen sehen noch fast genauso aus – nur etwas blasser sind sie geworden. Meine Finger wandern über das Gesicht und ziehen die erschlaffte Haut nach hinten. Für einen Moment lächle ich. Ich zieh die Haarklemmen aus dem Haar. Nachdem auch die letzte Klammer gelöst ist, rutscht die Perücke von meinem Kopf und fällt zu Boden. Meine kurzen Haare kommen zum Vorschein. Meine Hand zittert. Ein weiterer Schluck aus der Flasche soll mir dabei helfen, mich zu beruhigen. Ich wische mir die Schminke aus dem Gesicht. Auch mein Make-Up. Beim Schlucken sehe ich im Spiegel, wie sich mein markanter Kehlkopf  bewegt. Ein leichter Bartschatten ist zu sehen. Ich lasse los. Heute bin ich nur einer von vielen. Einen Moment lang betrachte ich mich noch im Spiegel – einen endlos langen Moment. Immer wieder wandert mein Blick zu dem Foto. Ich spüre, wie eine Träne meine Wange herunterkullert. Meine Augen fallen zu. Und der Vorhang schließt sich.


Багровое небо за окном, люстра советских времен… (Елизавета Резвая)

Багровое небо за окном, люстра советских времен…

Роман Николаевич, чего Вы добились в жизни?

Многого.

Как говорится, дети должны быть лучше своих родителей. Мой отец не сделал ничего, ничего не изменил. А я боролся, я боролся долго.

Москва — большая, как море. Москва смердит как болото.

Толпе не нужны чужие проблемы, им своих хватает.

Вернуться в Прибрежный? Тоже мне совет! Куда? К кому? Это место пропитано её предательством, пропахло спиртом и рыбой, это пристанище беспредела властьимущих. Они разрушили жизнь моего отца, они разрушили мое детство. Его выпустили три года назад,  он спился. Да его уже нет на Земле. Лишь в земле…

Везде так, всегда так. Так и будет. Это никогда не прекратится,  Нечего возлагать больших надежд на стадо баранов, жующих, потребляющих радость, поверхностный юмор, фальшивое счастье, скрывающее под собой тухлую рыбёшку.

Я — режиссер. Я стал лучше, чем был. Я в центре вселенной — посреди своей комнатёнки, стою сейчас под моей грустной люстрой. Идеальное место…

Я никогда никем не был любим — ни Лилией, ни друзьями.

Роман Николаевич, зачем Вам это нужно? Ты для них — как забавный певец, только голос твой неприятен им, твоя музыка им не по нраву. Они не хотят ее знать, не хотят слушать твоих слов.

Мне уже ничего не нужно. Я боролся, но сил моих уже больше нет. Я не хочу быть любимым всеми, быть симпатичным для всех. Даже через пять минут. Надо мной тускло светит унылая люстра.

Старую церковь разобрали по кирпичам, наверное, на печки. В новую уже никто не ходит. Но гидра до сих пор жива. И будет жить. Никогда не иссохнет, не станет скелетом, небрежно выброшенным на пустынный берег взволнованным морем.

Я режиссер? Я  забавный певец? Я – творец! Я —  поэт! Я — правда! Но, првада у всех своя. И история у каждого своя.

Я хотел сделать фильм, хотел рассказать свою  историю. Очевидную, понятную, о своей жизни. Избитая, истертая до дыр – в литературе и в кино — проблема, от которой уже все устали. Продюсер был прав — зачем?!

Сохранить эту правду? Передать эту истину, эту историю, эту критику от  поколения к поколению? Они увидят? – Да, скажу я уверено, увидят. Но воспримут ли, поймут ли, начнут ли действовать?  Нет, скажу я Вам, конечно же нет.

Ах, в этой картине — вся моя жизнь! Я — режиссер, я управляю своей жизнью!

Я буду жить лишь в памяти Человека. Я хочу жить лишь для Него, я верю в Него и я верю в свою силу. Я останусь в Его сердце.

Надо мною тусклый свет люстры, подо мною — пустота.  Я – режиссер, я — творец, я буду жить.


Das Märchen (Gregor Klimmasch & Maria Nordmann)

”Scheiße!”. Man vernahm noch einen leichten Hall, als sich das zerknüllte Stück Papier hopsend zu den Anderen am Boden gesellte.

Jede aufkommende Idee verwarf der Regisseur binnen kürzester Zeit. Dass er es auf diese Weise niemals schaffen würde, wieder einen guten Film zu drehen, war ihm durchaus bewusst, jedoch schien seine Muse ihn nach seinem letzten grossen Clou für immer verlassen zu haben. Schon der letzte war alles andere als ein Kassenschlager. Ein lautes Knurren riss ihn aus seinen Gedanken. Er legte seine Hand auf den Bauch und realisierte, dass er in seiner Schaffenskrise das Essen völlig vernachlässigt hatte. Der Gang in die Küche und der Blick in den Kühlschrank ließen den Dunkelhaarigen lautstark seufzen: Nichts. Es blieb ihm keine andere Wahl, als der Gang zum Supermarkt. Es dauerte nur wenige Minuten ehe der dunkelgraue Mantel übergeworfen und das Portmonnaie in der hinteren Hosentasche seiner ausgewaschenen Jeans verschwunden war und die Tür hinter ihm ins Schloss fiel. Der Supermarkt lag direkt um die Ecke, was dem Mittdreissiger die Hoffnung gab, sich schnellsmöglich wieder einem neuen Gedanken widmen zu können. Das Erste, was  ihm im dort auffiel, waren die Düfte von Früchten, die am Eingang des Marktes versprüht wurden, um den Konsum zu steigern. Erst jetzt fiel ihm auf,  wie hungrig er doch war. Er hatte es durch die Arbeit und den damit einhergehenden Stress nicht realisiert. Ein paar Dinge waren schon im Einkaufskorb, als er die Steckrüben sah. Seine Oma hatte am Wochenede oft eine Suppe gekocht, welche aus den Rüben, Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln bestand. Prompt landeten alle Zutaten erst im Korb, dann auf dem Warenband an der Kasse und schließlich in einer Tüte mit dem bunten Logo des Supermarktes auf beiden Seiten.

Zurück im Treppenhaus zu seiner Wohnung fiel ihm ein, dass er den Briefkasten bestimmt eine Woche lang vernachlässigt hatte. Die bösen Vorahnungen, die ihm ein leicht flaues Gefühl im Magen gaben, bestätigten sich, als sich ein kleiner Schwall an Briefen über seine Füße ergoss, kurz nachdem er den die Blechtür geöffnet hatte.

„Rechnung“, “ Rechnung“, „Mahnung“, “ Rechnung“ stand fettgedruckt auf den Umschlägen. Die leichte Euphorie, die er in Vorfreude auf die Steckrübensuppe verspürt hatte, war im Nu verflogen. In der Wohnung warf er die Schlüssel und die Briefe auf den Schreibtisch und machte sich mit leicht hängenden Mundwinkeln an die Zubereitung der Suppe.

In einer stetigen kreisförmigen Bewegung rührte er den Kochlöffel im Topf. Doch plötzlich hielt er inne. Das war es! Das war die Idee! Er riss vor Euphorie den Löffel in die Höhe, nur, um ihn im nächsten Moment auf den Boden fallen zu lassen und zum Schreibtisch zu eilen. Er griff schnell nach einem Stift und der erstbesten Schreibunterlage, die er finden konnte und kritzelte drauf los. Gut zehn Sekunden später schaute er sich sein Werk an. Es war eine Rechnung, auf die er zwei Wörter geschrieben hatte: „Das Rübchen“. Doch das allein reichte aus, um seine Stimmung sogleich enorm zu verbessern.

Er erinnerte sich an das alte russische Märchen, dass ihm seine Oma früher immer und immer wieder erzählt hatte: Ein alter Mann pflanzt eine Rübe und nachdem sie gewachsen ist, kann er sie allein nicht mehr herausziehen. Nach und nach helfen ihm verschiedene Menschen und auch Tiere, bis es letztlich mit vereinter Kraft gelingt, das Gewächs aus der Erde zu wuchten.

Sein Entschluss stand fest, er würde eine moderne Adaption dieses Märchens drehen und so sich, die Zuschauer und nicht zuletzt seinen Geldbeutel glücklich machen! Was ihm jetzt noch fehlte, war eine konkrete Umsetzung.

Schnell griff er zum Telefon. Ein Freund aus Studienzeiten – jetzt mittelmäßig erfolgreicher Schauspieler mit einer festen Rolle in einer der beliebteren Dailysoaps des Landes – war bestimmt bereit, ihm zu helfen. Außerdem schuldete er ihm noch einen Gefallen.

Einen Tag später, der Regisseur saß an seinem Schreibtisch. Der Aschenbecher hatte sich im Laufe der letzten Stunden rasch gefüllt und er drückte mit leicht zitternder Hand den letzten noch rauchenden Stummel aus, als es an seiner Tür klingelte. Auf der anderen Seite der Holztür stand eine kleine Gruppe aus vier Leuten. Der Schauspieler berichtete, dass er nach dem Telefonat mit dem Regisseur direkt einen Drehbuchautor angerufen hatte und ihn um Hilfe bat. Die beiden hatten schon oft zusammengearbeitet und waren ein eingeschworenes Team. Der Drehbuchautor selbst hatte sofort ein einen Kameramann gedacht, mit dem er einige Projekte zusammen umgesetzt hatte. Dieser wiederum kannte einen Cutter. Die zwei arbeiteten seit Jahren eng zusammen und harmonierten ohne große Absprachen. Alle zusammen erklärten sich bereit, dem Regisseur bei seinem Film zu unterstützen. Als sich die Gruppe im Wohnzimmer des Regisseurs niedergelassen hatte, begannen Sie, ihre Vorstellungen konkret zu schildern.
Der Schauspieler, der am kommerziellen Erfolg des Projektes interessiert war, erhob sich von seinem Platz. Er ging einige Schritte im kleinen Zimmer auf und ab und schwärmte mit großen Gesten von einer Gattung. Eine romantische Komödie – seiner Meinung nach das aktuell erfolgreichste Genre. Der Regisseur faltete die Hände vor seinem Gesicht und dachte einen Moment ruhig mit geschlossen Augen über den Vorschlag nach. Schnell konnte er sich mit der Idee anfreunden. Aber wie sollte „Das Rübchen“ als romantische Komödie funktionieren? Der Drehbuchautor trug etwas schüchtern seine Vorstellung der dramaturgischen Umsetzung vor: Ein Mann möchte das Mädchen seiner Träume um  ein Date bitten. Durch die Hilfe verschiedenster Leute, die sich bereit erklären, ihm zu helfen, gelingt es ihm am Ende des Filmes, ein „Ja“ aus ihr herauszubekommen.
Der Kameramann, der während der Schilderung des Drehbuchautors bereits angefangen hatte, unruhig auf dem muffigen Sofa hin- und herzurutschen, begann direkt, nachdem Letzterer seine Rede beendet hatte, von der konkreten Umsetzung zu schwärmen: Imposante Szenen, rasante Kamerafahrten, große Detailaufnahmen. Bilder entstanden in den Köpfen aller Anwesenden.

Endlich meldete sich auch der Cutter zu Wort. Bisher hatte er lediglich zugehört, und versucht, seinen wackelnden Holzstuhl einigermaßen im Gleichgewicht zu halten. Nüchtern berichtete er von beeindruckenden Bildkompositionen, innovativen Schnitten und attraktiven Szenenübergängen.

Den restlichen Tag verbrachten die Fünf damit, angeregt zu diskutieren. Nach ein paar Stunden – das Zimmer war durch den Zigarettenqualm von einem blauen Schleier durchzogen, leere Gläser und Glasflaschen standen überall herum, eine Note von starkem Alkohol lag in der Luft – wurde es plötzlich still.
Alle lehnten sich zurück. Dann begann der Regisseur breit zu lächeln.

Das war es! Das war ihr Projekt. Der Regisseur, der Schauspieler, der Drehbuchautor, der Kameramann und der Cutter sahen ein und den gleichen Film ganz genau vor ihrem inneren Auge. Alles, was sie jetzt noch tun mussten, war, nach der Idee zu greifen – und fest zu ziehen.


Kalypso (Robert Oertel)

Ein mit hohen Palmen geschmückter Strand, die Sonne scheint, die Wellen des Meeres wogen in einem gleichmäßigen Rhythmus, eine süße Melodie, „Hotel California“ von den Eagles, zwei Gestalten liegen nebeneinander auf dem Sandstrand. Die Kamera fährt näher heran, um die Begierde in seinem Gesicht einzufangen, ihren leicht geöffneten Mund, und jede noch so kleine Bewegung. Dieser junge Adonis, streicht mit seiner rechten Hand über ihr Haar, die Finger wandern über ihre sinnlichen Lippen, das Kinn, den anmutigen Hals, „Sexual Healing“ von Marvin Gaye wird kurz angespielt… „Cut!“, ruft eine tiefe, schon ziemlich genervte Stimme, die Musik verstummt, die Hand wird prompt zurückgezogen, die lüsternen Mienen der Schauspieler werden erst ausdruckslos und zeigen dann Verwirrung, die Szene gefriert.

Nun kann der Schauspieler völlig ungezwungen seine Augen über diesen makellosen Körper wandern lassen.

„Was ist nur mit dir los? Du willst diesen sympathischen Herrn neben dir vernaschen, nicht wahr?“, brummt eine dominante Stimme von vorn. Ein alter, böse und grimmig grinsender Mann kommt auf die verschüchterte Blondine, die versucht, das Bühnenbild zu verlassen, sich anscheinend aus dem Staub machen will, zu und schüttelt verständnislos den Kopf.

„Äh, ja, ich bin die sexy Amazone, die den abenteuerlustigen Archäologen zum verrückten Liebesspiel…“, beginnt sie vor Angst zitternd einen mühsam auswendig gelernten Text zu wiederholen, wird aber vom ungeduldigen Regisseur unterbrochen. „Toll, dass du dumme Gans endlich deine Rolle verstanden hast. Warum spielst du dann die wilde Schönheit mit einer solchen Leidenschaft, als wolltest du ihm nicht deinen Körper, sondern ein paar gebrauchte Autoreifen anbieten?“

Ja, das ist ein unterdrückter Schluchzer, da sind ein paar Tränen, die sogleich weggewischt werden. Sie rennt davon, gibt noch schnell dem unglücklichen, jungen Mann, der sie immer noch mit Blicken verschlingt, einen Zettel in die Hand. Während der Regisseur mit den Händen fuchtelt, schreit und tobt, öffnet unser Held die hastig geschriebene Nachricht und liest: „Komm mit“.

Es ist nachts, der Mond hüllt die Großstadt in ein dämonisches Licht und der strömende Regen lässt die beiden fliehenden Schatten wie dahingemalt erscheinen. Dieses melancholische Ölgemälde wird karikiert von den Plattenbauten, die wohl in aller Eile aus Pappmaché angefertigt wurden. Nun eine Großaufnahme, mit der das verstörte Gesicht des Mannes eingefangen wird, sein keuchendes Atmen, dann seine Erleichterung. Endlich ist sie an einer Bushaltestelle stehengeblieben. Schon taucht aus dem Nichts der Bus vor ihr auf, sie steigt ein. Er schafft es gerade noch, es ihr gleichzutun…

Plötzlich stehen sie einander gegenüber, ganz nahe. Oh, ihr betörendes Parfum raubt ihm fast die Sinne. Ein Moment der Entrückung. Wie gern würde er die unnahbare Göttin für sich öffnen, in ihr lesen wie in einem Buch. Er beißt sich in die Oberlippe. Wie ist das möglich? Es überwältigt ihn, wie ihr siegessicheres Lächeln ihm das Gefühl gibt, real zu sein. Neben all den unwirklichen Statisten, die im Bus durch fingierte Gespräche eine Geräuschkulisse schaffen, ist sie der einzige wahre Mensch. Würde er sie jetzt umarmen, so fühlt er, könnte er etwas Substanzielles zu fassen kriegen, sich daran festhalten, es einsaugen und endlich seinen unstillbaren Hunger befriedigen. Mit ihr an seiner Seite könnte er diesem Albtraum aus Kulissen, grauenvoller eingespielter Musik, ferngesteuerten Geistern, falschen Worten und Gefühlen entkommen. Keine Marionette mehr sein!

Vor einer halb verfallenen Hütte hält der Bus. Sie steigen aus, rennen im strömenden Regen zur Hütte und verschwinden hinter der schief hängenden Holztür. Das leise, so seltsam bedrohliche Lachen seiner Angebeteten lässt sein Blut gefrieren.

Sobald das Licht angeht, erblickt er die majestätische Eingangshalle eines Palasts. Dieser in allen Farben des Regenbogens funkelnde Boden ist aus Glas, die Säulen aus Marmor, das herrliche Sternenbild an der Decke aus Diamanten. Es ist alles echt. Das alles ist für ihn, nur für ihn. Was für ein Geschenk sie ihm macht!

Sie klatscht.

Licht aus.

Noch einmal.

Licht an.

Überraschend steht sie direkt vor ihm in all ihrer nackten, fülligen Pracht. Er braucht nicht an sich herunterzusehen, um zu wissen, dass auch er auf einmal völlig entblößt in der weiten Halle steht.

Mit den Augen einer Löwin blickt sie in sein Inneres, als sie sagt: „Ich habe lange auf dich gewartet.“

„Wie lange?“

„Ich weiß nicht mehr. Waren es nur Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte? Eine Ewigkeit. Nun ist es mir gleichgültig. Du bist da.“

Als sie, von ihm Besitz ergreifend, die Arme um seinen Hals legt, fragt er sie unsicher: „Warum ich?“

Sie lächelt nur und gibt ihm einen Kuss…

…Ein Kuss. Ein wildes, rauschhaftes Treiben. Roter Wein, der erst bitter von vergangener Einsamkeit und schließlich süß von vollkommener Liebe erzählt. Zwei Körper, die sich miteinander vereinigen, zu einer sich selbst liebkosenden Schlange verschmelzen. Und immer wieder süßes Harfenspiel und zärtliche Liebesbekundungen.

Bäume werden morsch, Seen und Flüsse trocknen aus, neue Sprachen entstehen und manche verschwinden für immer, Häuser werden abgerissen und an ihrer Stelle werden neue gebaut, es vergehen die alten Menschengeschlechter und der neue Mensch wird geschaffen.

Doch diese Liebe kennt keine Zeit.

Wie kommt es nur, dass in einem seligen Augenblick sein Finger sich in ihrer Harfe verfängt und er herausgeworfen wird aus seinem ewigen Liebesschlummer? Zunehmend verwirrter und wahnsinniger werdend, rennt er zur Tür, der er jedoch um keinen Schritt näher kommt. Er dreht sich zu ihr und sagt bestimmt:

„Ich muss gehen.“

„Nein, das musst du nicht.“

„Wer bist du, Zauberin?“

„Du weißt sehr wohl, wer ich bin. Bitte lass mich nicht allein.“

„Ich kann mich nicht ewig vor der Realität verstecken.“

„Welche Realität?!“

„…Auch Odysseus hat sich den Kämpfen des Lebens gestellt, ist nach Hause zurückgekehrt.“

Sie lächelt und flüstert: „Das ist eine Lüge. Oh nein, er hat die Insel nie verlassen.“

Wieder schenkt sie ihm einen Kuss des Vergessens und sagt zu sich selbst: „Das hier ist mein Film, mein Traum. Ein Traum ohne Ende.“

5. Apr 2015

Filmkritik

Verfasst von

Im Rahmen des Workshops 2015 haben wir mehrere russische und deutsche Filme geschaut und uns darüber ausgetauscht. In dem Zusammenhang entstand die folgende Filmkritik:

Stiljagi

Russische Hipsters und die Sehnsucht nach einem anderen Leben

Eine atemlose Hetzjagd durch den nächtlichen Wald. Er weiß, er muss sie erwischen, man erwartet das von ihm. Und dann, tatsächlich, sie weint, ist gestürzt, ihm hilflos ausgeliefert,…scheint es. Seine Naivität ausnutzend, stößt sie ihn in den See.

Er, das ist Mels (Anton Schagin), ein gewöhnlicher Komsomol, ein Angepasster, ein Niemand, und Sie, Polly, muss ihm nun mit ihrem farbenfrohen Kleid, dem geradezu verboten verführerischen Makeup wie ein leuchtendes Wesen von einem anderen Stern erscheinen. Polly (Oksana Akinschina) ist eine Stiljagi, eine jener jungen Leute, die sich auf eine imitierte amerikanische Art kleiden, moderne Musik hören und auf geheime Underground-Partys gehen.

Es sind die 50er in der Sowjetunion. Auch in den Jahren 1955 und 1956, die der Film abbildet, ist der Eiseshauch der Stalinzeit immer noch spürbar. In der gleichförmigen sozialistischen Gesellschaft gibt es keinen Platz für diejenigen, die sich ein paar kleine Freiheiten erlauben, sich in der Tristesse der Diktatur ein Refugium geschaffen haben. Sie gelten als ausgemachte feindliche Spione, verwestlichte Schädlinge, die verfolgt und bekämpft werden müssen. So gerät der unkritische Mitläufer Mels an die an die selbstbewusste, charismatische Polly, und sie weckt in ihm die Sehnsucht nach einem anderen Leben.

Er verliebt sich in sie, und urplötzlich wie ein Wirbelwind bringt sie Farbe in seinen grauen Alltag. Nun tut er alles, damit sie ihn bemerkt, streift das Grau ab, legt sich ein dandyhaftes Aussehen zu und lernt sogar, beschwingt zu tanzen. Doch, selbst als Mels, der sich nun “Mel” nennt, in der Welt der Stiljagi angekommen ist, ihr arroganter Anführer Fred ihn unter seine Fittiche genommen hat, macht er immer noch keinen Eindruck auf Polly. Wie er Katja (Evgenija Chirivskaja), seiner ehemaligen Komsomol-Vorgesetzten schon sagte: „Wir sind doch alle gleich, tragen nur unterschiedliche Anzüge.” Tatsächlich hat er sich noch nicht wirklich verändert, nur den Anzug ausgetauscht.  Erst durch seine sich entwickelnde Leidenschaft für das Saxophon-Spiel, fließt der Jazz in seine Seele. So fliegt ihm endlich Pollys Herz zu…

Im Musical werden populäre Lieder der russischen Rockmusik in mitreißende Jazz-und Rock n Roll-Tanzeinlagen verwandelt. Dabei gerät der Zuschauer, da humoristische und dramatische Szenen einander praktisch im Minutentakt ablösen, in ein wahres Wechselbad der Gefühle. Von Anfang bis Ende stellt sich die Frage, welches Menü hier dem geneigten Gourmet und Cineasten vorgesetzt wird. Ist es eine einfache Liebesgeschichte, eine Selbstfindungskomödie oder die Dokumentation einer Subkultur?

Nein, jede Schublade wäre für diesen Film zu klein, denn er ist viel mehr als das. Hier geht es um nichts weniger als um den Kampf um Freiheit, das Verlangen nach Individualität in einer Gesellschaft, in der „besonders sein“ als „besser sein“ wollen verunglimpft wird. Wenn der Film zeigt, wie Fred und Katja bei der Entscheidung zwischen Selbstbestimmung und Opportunismus scheitern, bekommt er eine zeitlose Brisanz, die nachdenklich macht.

Die zuerst als gnadenlose Verfolgerin der Stiljagi nur forsch wirkende Katja kann die Sicherheit, die ihr die Gleichheit in der Masse gibt, nicht aufgeben. Ihre Liebe zu Mels treibt sie zu einem verzweifelten Versuch der Verführung und Bekehrung des verlorenen Kameraden. Es ist beeindruckend, wie Evgenija Chirivskaja dieser Spagat zwischen unnachgiebiger Härte und einer berührenden Verletzlichkeit gelingt. Bereits im russischen Drama „Der Geograf, der den Globus austrank“ (Географ глобус пропил) gab sie eine gute Figur ab, doch hier kann man sehen, wie sie zu voller Größe aufspielt. Eine ebenfalls bemerkenswerte Performance liefert Oksana Akinschina als zugleich selbstbewusste Femme Fatale und fragile junge Frau, die ihre Schwäche unter Schminke und üppigen Kleidern verbirgt. Sie spielt Polly absolut authentisch und glaubwürdig. Auch Akinschina ist kein unbeschriebenes Blatt. Vermutlich wird kaum jemand das junge, unschuldige Mädchen Lilja wiedererkannt haben, das sie in dem international gefeierten schwedisch-dänischen Drama „Lilja 4-ever“ unglaublich sensibel spielte, wofür sie auch, völlig verdient, mit Preisen überhäuft wurde. Neben diesen beiden überragenden Charakterdarstellerinnen wirkt der gestandene Theater- und Filmschauspieler Anton Schagin als Mels ein wenig blass und unbeholfen. Es ist jedoch sein Charme und lockeres Spiel, das dem Musical in den humorvollen Momenten die nötige Prise Salz verleiht.

Es ist Valerij Todorovskijs famoser Regieleistung zu verdanken, dass dieser hochkarätige Cast sich so überzeugend agieren kann. Sein Gespür für stille Momente und für  überwältigende Dramatik gibt dem Film die Möglichkeit, die Genregrenzen des Musicals ein wenig zu sprengen und manchmal eine überraschende emotionale Tiefe zu gewinnen. Selbst denjenigen kritischen Geistern, die Musicals eine solche generell aberkennen und denen Tänze im Film überhaupt suspekt sind, ist dieser fantastische russische Film zu empfehlen, allein schon aufgrund seiner optimistischen Botschaft: „Sei du selbst, lebe dein Leben und kämpfe für deinen Traum. So bist du frei!“

(Robert Oertel)

RU: Стиляги 2008, 120 min. 

R: Valerij Todorovskij

D: Anton Schagin, Oksana Akinschina, Evgenija Chrivskaja, Maksim Matveev, Igor Voinarovskij, Ekaterina Vilkova


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