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1. Feb 2011

Frohe Weihnachtszeit

Verfasst von

Wie bekannt, ist der 24. Dezember in Deutschland die Zeit des Heiligen Abends, ein Feierabend vor den frohen und heiteren Weihnachten. An diesem Tag haben wir MediahlerInnen als Gäste und auch Lehrerinnen und StudentInnen, die Deutsch mögen, uns versammelt, um in einer warmen Atmosphäre eine Tasse Tee zu trinken und darüber zu sprechen, wie diese Feier im Land der erlernten Sprache gefeiert wird.

Blick aus dem Fenster. -25° draußen.

Am Feierabend gab es StudentInnen aus verschiedenen Fakultäten: mathematische, geographische, Fakultät für Geschichte. Jede Fakultät hat etwas vorbereitet, deswegen freuten wir uns schon auf ein interessantes Programm.

Farbige Präsentationen, Quizs, Theaterstücke, Wettbewerbe, Lieder auf Russisch und auf Deutsch, Preise und Geschenke. Das war eine richtig tolle und heitere Feier.

Am meisten hat das Lied von einem Jungen aus der Fakultät für Geschichte gefallen, der es gesungen und auch Gitarre gespielt hat. Das Lied war über das zu Ende gehende Jahr und über das Neujahr.

Das Lied über das Neujahr

Mädchen aus der geographischen Fakultät haben ein interessantes Video über die Weihnachtsfeier in Deutschland gemacht. Es hat uns auch ein Märchenrollenspiel sehr gefallen. Alja war zum Beispiel „ein Kätzlein auf einem Atlaskissen“, Olja „ein Kater unter einer Brücke“, Natascha „der große blaue Himmel“. Das Rollenspiel gelang ganz komisch und lustig.

Natascha als Himmel

Gemeinsam haben wir das russische Lied “ Im Walde steht ein Tannenbaum“ auf Deutsch gesungen. Alle kannten die Melodie gut, also gab es keine Schwierigkeiten beim Singen.

Im Walde steht ein Tannenbaum
im immergrünen Kleid,
ist schlank und lieblich anzuschaun
zu jeder Jahreszeit.

Horch, unter Kufen knirscht der Schnee,
er glitzert weiss und kalt,
ein zottelbeinig Pferdchen zieht
den Schlitten durch den Wald.

Ein kleines Häschen hat vor Angst
sich unter Dir versteckt,
der böse Wolf der lief vorbei
und hat es nicht entdeckt.

Der Schlitten fährt, man hört es kaum,
drauf sitzt ein alter Mann,
er hat den kleinen Tannenbaum
gefällt im dichten Tann.

Nun steht das Tannenbäumchen hier,
gar festlich schön geschmückt,
hat alle Kinder hoch erfreut
und jedes Herz beglückt.

Alles war natürlich gefilmt

Der herzlichste Teil des Abends waren die Neujahrsglückwünsche. Alle haben einen Glückwunsch auf einen Zettel geschrieben, ein Bon-Bon darin eingewickelt und im Kreis weitergegeben. Am Ende hat jeder einen warmen und süßen Glückwunsch bekommen.

Natascha und Darina freuen sich über die Wunschbonbons

Am Ende hat eine Lehrerin eine Fabel über Wunder erzählt, die sehr zu denken gibt:

In der Neujahrzeit erwarten alle warum auch immer einen Wunder… Und was unterscheidet eigentlich diesen Tag von den anderen Tagen? Da hat die Uhr schon 12 geschlagen, aber es ist doch nichts geschehen. Wie kalt es vorher war, so kalt ist es auch geblieben… – Der Spatz bewegte kurz seine durchfrorene Füßlein und plusterte sich wärmer auf. „Es scheint mir aber, dass ich in diesem Jahr zu Tod-d-d-de frieren soll, möchte ich d-d-das ja lieber nicht. Es dürfte doch was wunderliches passieren. Eine Katze schleicht heran…“ Er rührte einmal seinen Flügel schwach, konnte aber kaum auffliegen. Er war sich zu stark abgefroren. Die Katze kam näher und blieb stehen. Ihr schlaues gelbes Auge schaute dem Spatz gerade in seine Seele. „Was denn?“ – der Spatz konnte nicht länger stillbleiben. „Ich erwarte, dass etwas merkwürdiges passieren soll“ – schnurrte die Katze darauf – „Man sagt, es solle ein Wunder passieren.“ „Willst du mich fressen?“ – fragte der Spatz gleichgültig, weil es ihm schon ganz egal war, er war schon steif vor Kälte. „Ne-e-ein“ – sagte die Katze langsam – „Das wird kein Wunder. Ich warte lieber.“ „Na, wollen wir dann zusammenwarten“ – der Spatz hat sich noch stärker aufplustert. Die Katze versteckte ihre Füße unter sich und machte es sich auf einem Abwasserluke bequem – es war dort wärmer. „Du, warum plusterst du dich auf?“ – sie schaute auf den zitternden Spatz. – „Du bist doch ja gefroren“. „St-t-t-timt“ – konnte der Spatz mit Mühe aussprechen. „Oh, du Ärmster!“ – sagte die Katze mitfühlend. – „Komm her. Hier ist es wärmer“. Der Spatz sprang schüchtern zu ihr und richtete sich vorsichtig daneben ein. Die Katze schielte auf ihn, summte etwas unverständliches vor sich hin und rückte ihn mit ihrer Pfote an ihre Brust fest heran. „Hier wird es für dich wärmer“ – erklärte sie dem vom Entsetzen und vor Kälte stummen Spatzen – „Drück dich noch fester an mich.“ „Und wann wird das Wunder?“ – fragte der Spatz, die Katze mit den Flügeln umschlingend. „Keine Ahnung. Aber es wäre schön es zu sehen. Wollen wir auf es warten? Hast du es nicht eilig?“ „Neee. Warten wir. Ich hab noch nie einen Wunder gesehen. Es ist interessant, wie sind sie, diese Wunder?“ Die Katze drückte den Spatz noch fester an ihre Brust, leckte ihn mal und begann leise ein Lied zu singen. Der Spatz streckte sein Kopf vor, um das Wunder nicht zu übersehen und fing an mitzusingen. So warteten sie auf das Wunder, das schon passiert war, aber unbemerkt blieb.

Ich wünsche euch alle eurer Wunder zu finden, aber noch wichtiger: es zu bemerken. 🙂

Es war draußen so kalt, dass die Seifenblasen froren

Text: Natascha

Übersetzung: Alja

Über Maria Wagner

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