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3. Mai 2011

Toleranz – eine Annäherung

Verfasst von

Das Thema des diesjährigen Workshops in Archangelsk ist ‚Toleranz‘. Aber was genau ist Toleranz? Natürlich hat jeder eine gewisse Vorstellung davon, was dieser Begriff bedeutet. Andere zu tolerieren heißt andere Kulturen, Verhaltensweisen und Werte nicht sofort abzulehnen und zu verurteilen, sondern als gleichberechtigt anzusehen. Aber wie weit kann diese Zustimmung gehen?

Wie gut ist das denn wirklich? Wie weit muss oder kann Toleranz gehen? Wann schlägt sie um in Ignoranz? Und wie weit geht der Toleranzbegriff eigentlich? Was sind seine Grenzen? Was kann alles toleriert werden? Erschöpft sich der Begriff in rassistischen und sexistischen Kategorien

Um in das Thema einzusteigen lohnt es sich erst ein Mal Fakten zu schaffen und ein Wörterbuch zu konsultieren. Hier zeigt sich dass der Begriff nicht nur eine soziologische Bedeutung hat. So ist Toleranz im technischen Sinne z.B. das Ausmaß der Abweichung von der Norm, die ein Gerät gerade noch ertragen kann, ohne dass dabei das gesamte System zerstört wird. Im biologischen Sinne bezeichnet Toleranz die Fähigkeit eines Organismus sich gegen giftige Einflüsse zu wehren und Resistenzen zu entwickeln.

Aus dieser Perspektive eröffnen sich also neue Facetten. Und auch die konkrete Definition im soziologischen Sinne zeigt, dass es von der Toleranz zur aktiven Akzeptanz, also Anerkennung anderer Kulturen noch ein bedeutender Schritt ist. Toleranz meint erst einmal nur die Duldung von Andersartigkeit. Von der eigenen Norm abweichendes Verhalten wird zumindest nicht bekämpft, obwohl es vielleicht nicht unterstützt wird. Erst die aktive Toleranz, die eine Reflexion der Situation, des unterschiedlichen Verhaltens und eine darauf bauende rationale Beurteilung mit einschließt, kann als Akzeptanz bezeichnet werden und auch zu einem Miteinander der Menschen anstelle von bloßem Nebeneinander führen. Ebenso kann übertriebene Toleranz nur Ignoranz bedeuten.

Das Thema bietet also genug Facetten über die es zu diskutieren und nachzudenken lohnt. Der Workshop kann beginnen!

Über Ulrike Geier

  • Student/in
  • Ich bin Uli und studiere seit 2006 IKEAS (Russland/ Lateinamerika). Seit ich das erste Mal in Russland war hat mich das Land fasziniert und ich bin seither mehrere Male dort gewesen. In Halle vertreibe ich mir die Zeit neben dem Studium damit in einem deutsch-russischen Freundschaftsverein mitzuhelfen und beim russischen Studententheater mitzuspielen.
  • Website:

1 Kommentar

  1. nadjush sagt:

    na das klingt doch spannend! ich bin gespannt auf die ergebnisse und wünsche euch einen frühlingseinbruch:)

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