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2. Nov 2014

Die zweite öffentlichen Vorlesung vom 06.11.14

Verfasst von

Dr. Susanne Spahn: Die Ostslavische Gemeinschaft – die Beziehung zwischen Russland und Ukraine

med!AH_Karte2mit-1Mit der Annexion der Krim und der militärischen Intervention im Donbas bedroht Russland die Unabhängigkeit der Ukraine. Mit Belarus hingegen bildete Russland einen Unionsstaat und strebte die staatliche Wiedervereinigung an – was allerdings nicht gelang. Warum kann Russland die Unabhängigkeit seiner ostslawischen Nachbarn so schwer akzeptieren? Dafür gibt es historische Gründe: Die ostslawische Gemeinschaft der Russen, Ukrainer und Belarussen bildete einst das Herzstück des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Auch 23 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion ist sie für die russische Politik und Bevölkerung eine Realität, denn für die meisten Russen sind die Ukraine und Belarus kein Ausland. Das offizielle Moskau spricht von „besonderen Beziehungen“ zu den sprachlich, religiös und kulturell eng verwandten Ukrainern und Belarussen und positioniert sich als Hegemon aller Ostslawen.
Der Vortrag bietet eine vergleichende Analyse der russisch-belarussischen und russisch-ukrainischen Beziehungen. Russland verwickelt sich bei dem Versuch, die ostslawische Gemeinschaft als Zentrum der postsowjetischen Integration zu erhalten, in Widersprüche. Die Ukraine und Belarus hingegen konsolidieren ihre Unabhängigkeit – Kiew mit einer Politik der Abgrenzung zu Russland, Minsk hinter der Fassade der Vereinigung zu einem Staat. Die Eigenstaatlichkeit der Ukraine und Belarus ist jedoch nicht gesichert, wie die aktuellen Entwicklungen zeigen.

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