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Vorlesungsreihe

Russland hinter den Schlagzeilen

Interviews mit den ReferentInnen – produziert von Radio Corax

http://www.freie-radios.net/67696   (Yvonne Drosihn)
http://www.freie-radios.net/67466   (Ute Weinmann)
http://www.freie-radios.net/67180   (Susanne Spahn)

23. Oktober 2014   Kai Ehlers: Russland verstehen – Was ist das Russische an Russland?

18:30/ Melanchthonianum HS D, Uniplatz, Halle

FlyerEs ist Mode geworden, Wladimir Putin als Diktator, als Aggressor, als Stalin, gar als neuen Hitler zu bezeichnen, dem es nur um eines gehe: um die Wiederherstellung der sowjetischen Macht. Russland gilt wieder als finstere Gewalt, die die westliche Kultur bedrohe. Krim-Krise und Ukraine-Krise haben das Ihre dazu beigetragen. Aber stimmt dieses Bild mit der Wirklichkeit überein? Wofür steht Russland? Was ist das Russische an Russland? Wohin bewegt es sich? Was sind Russlands Besonderheiten? Kann man Russland verstehen oder kann man nur an Russland glauben, wie es der russische Dichter Tjutschew einst formulierte? Und wer ist Putin wirklich, wieso hat er solche hohen Zustimmungsraten in der Bevölkerung, wofür steht er? Wohin bewegt sich Russland heute? Diese und weitere heiße Fragen werden von Kai Ehlers beleuchtet.


06. November 2014   Dr. Susanne Spahn: Die ostslawischen Gemeinschaft.  Die Beziehung zwischen Russland und Ukraine

18:30/ Melanchthonianum HS D, Uniplatz, Halle

med!AH_Karte2mit-1Mit der Annexion der Krim und der militärischen Intervention im Donbas bedroht Russland die Unabhängigkeit der Ukraine. Mit Belarus hingegen bildete Russland einen Unionsstaat und strebte die staatliche Wiedervereinigung an – was allerdings nicht gelang. Warum kann Russland die Unabhängigkeit seiner ostslawischen Nachbarn so schwer akzeptieren? Dafür gibt es historische Gründe: Die ostslawische Gemeinschaft der Russen, Ukrainer und Belarussen bildete einst das Herzstück des Russischen Reiches und der Sowjetunion. Auch 23 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion ist sie für die russische Politik und Bevölkerung eine Realität, denn für die meisten Russen sind die Ukraine und Belarus kein Ausland. Das offizielle Moskau spricht von „besonderen Beziehungen“ zu den sprachlich, religiös und kulturell eng verwandten Ukrainern und Belarussen und positioniert sich als Hegemon aller Ostslawen.
Der Vortrag bietet eine vergleichende Analyse der russisch-belarussischen und russisch-ukrainischen Beziehungen. Russland verwickelt sich bei dem Versuch, die ostslawische Gemeinschaft als Zentrum der postsowjetischen Integration zu erhalten, in Widersprüche. Die Ukraine und Belarus hingegen konsolidieren ihre Unabhängigkeit – Kiew mit einer Politik der Abgrenzung zu Russland, Minsk hinter der Fassade der Vereinigung zu einem Staat. Die Eigenstaatlichkeit der Ukraine und Belarus ist jedoch nicht gesichert, wie die aktuellen Entwicklungen zeigen.


20. November 2014   Ute Weinmann: Selektive Erinnerung versus kollektives Gedächtnis.  Was und warum wird in Russland erinnert?

18:30/ Melanchthonianum HS D, Uniplatz, Halle

med!AH_Karte3+4vornJeder Staat bezieht einen Teil seiner Legitimation aus der eigenen Geschichte, Russland bildet diesbezüglich keine Ausnahme. Dabei stellt die Vergangenheit an sich keine feste Größe dar, denn die Geschichtsforschung, deren Vorlagen für eine objektive Beschreibung und Einordnung bedeutungsvoller Ereignisse und Abläufe sorgt, besteht immer zu einem wesentlichen Teil aus Interpretation. Bei dem Versuch, einen mit staatlichen und gesellschaftlichen Interessen kompatiblen Umgang mit im kollektiven Gedächtnis verhafteten Bruchstücken der Vergangenheit zu finden, steht die historische Wahrheitsfindung umso weniger im Mittelpunkt. In der Veranstaltung sollen anhand einiger Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit Tendenzen hinsichtlich einer zunehmend staatlich dominierten Interpretationsmacht über die Vergangenheit und einer schrittweisen Verdrängung individueller Erinnerung aus dem öffentlichen Raum aufgezeigt werden.


 

04. Dezember 2014   Yvonne Drosihn: Das Russlandbild der Deutschen in der Literatur

18:30/ Melanchthonianum HS D, Uniplatz, Halle

med!AH_Karte3+4vornIn der Historie des westlichen Russlanddiskurses wird die wesentliche Rolle der literarischen Tradierung von Bildern in Kombination mit Kriegserfahrungen deutlich. Es ist ein bestimmter Duktus, der sich von den ersten westlichen Russlandreise- beschreibungen an in der Beschreibung des Landes eingestellt hat. Dabei kann der Topos `Verspätung (Rückständigkeit)’ (aus westlicher Perspektive) durchaus auch positiv umgedeutet werden in `junges Land’ bzw. `ewiges Russland/ Ursprünglichkeit’ und übt eine entsprechende Faszination aus. Deutsche Literaten, u.a. Rilke, fühlten sich von Russland angezogen. Ebenso wie deutsche Journalisten der dreißiger Jahre des 20.Jahrhunderts von der jungen Sowjetunion. Nach der Schilderung der unterschiedlichen Russlandwahrnehmung in den beiden deutschen Staaten wird mit der Frage nach `„Wende“ und (k)ein Wandel?’ die Situation nach 1990/91 beschrieben. Abgeschlossen wird der Vortrag von einem Exkurs zur Rolle der Literatur bei der Gewinnung von Russlandbildern.


 

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