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8. Okt 2009

Menschen glücklich machen

Verfasst von

[Text: Linn]

Es gibt viele Menschen, die Hilfe brauchen. Zum Glück gibt es auch Menschen, die helfen können. Zum Beispiel solche wie Tanja und Olja. Sie sind Studentinnen an der Staatlichen Pomoren Universität und gehören zu der regionalen gesellschaftlichen Organisation „Vertikal – Zentrum der Sozialhilfe in Archangelsk“.

Таня и Olja между нашими неистовыми репортерами

Tanja und Olja zwischen unseren rasenden Reportern (Foto: Polina)

Am Donnesratg hat die Gruppe der deutschen und russischen Studenten diese Organisation besucht. Sie interessierten sich für die Einrichtung und die Arbeit des Zentrums um einen Vergleich zu ähnlichen deutschen Organisationen ziehen zu können.

Tanja und Olja haben den Studenten eine Präsentation gezeigt und darüber erzählt, auf welche Weise sie helfen. Die wichtigste Aufgabe der Organisation ist kostenlos soziale und psychologische Hilfe für die Bevölkerung im Archangelsker Gebiet.

Zur Zeit besteht „Vertikal“ aus etwa 15 Personen. Dazu gehören unter anderem die Studenten aus der Fakultät für Sozialarbeit, für die diese Arbeit eine gute Erfahrung ist .

„Vertikal“ arbeitet mit dem Rehabilitationszentrum in Hima, dem städtischen Schutzzentrum (Abteilung Isakogorka), dem jemetzker Kinderheim, dem Arcxhangelsker Jugenwerkhof, dem orthopädichen Kinderkrankenhaus und dem Wohnheim für ältere und einsame Menschen zusammen.

Die  „Vertikal“- Mitglieder besuche ihre Patenkinder, bringen ihnen Kleidungsstücke, Süßigkeiten oder Spielsachen. Die Leute freuen sich auch über die vielen Feste und Wettbewerbe , die sie aus ihrer Einsamkeit holen.

Das Zentrum „Vertikal“ arbeitet auch mit der regionalen Universität in Budöl (Norwegen) und der deutschen Universität der angewandeten Wissenschaften zusammen.

Jemanden glücklicher machen? Das ist einfach!

Ein Lächeln kann den Schmerz mildern, ein Wort kann von Sorgen befreien, ein Händedruck kann auch helfen neue Liebe und Hoffnung zu finden.

Wir alle sollten eine Hand zur Hilfe ausstrecken!

„Na ja, Platz ist in Russland jetzt nicht das Problem…“

Zu viert haben wir das Ökologische Zentrum PPP besucht, allesamt Deutsche, und dazu eine Übersetzungsfee, die ihren Nebenjob in diesem Zentrum hat. Wir haben uns ein interaktives Zentrum vorgestellt mit großem Schwerpunkt auf dem Umweltschutz und Aufklärungsarbeit.

Wir trafen allerdings auf drei sehr junge Frauen, allesamt Absolventinnen des Technischen Umweltschutzstudiums, und in einer langen aufschlussreichen Einstiegsrunde wurde uns dann klar, was der eigentliche Aufgabenbereich dieser Einrichtung ist: Es gibt Vorgaben bzw. Richtwerte vom Staat, wieviel Emissionen eine Fabrik, ein Unternehmen, eine Firma produzieren darf. Die ökologischen Zentren in Archangelsk sind (unter anderem) dafür zuständig, diese Werte auszurechnen und die Firmen über ihren Skalenwert aufzuklären. Liegt der produzierte Wert darüber, muss Strafe an den Staat gezahlt werden. Neben dieser Berechnungsfunktion geben die Zentren auch Beratung wie die Emissionen verringert werden können. Diese Beratungen sind allerdings nicht verpflichtend. Überschreitet eine Firma den erlaubten Wert, so muss neben Strafe auch eine Ausgleichsaktion im betroffenen (Wohn-)Gebiet geleistet werden, was einen erheblichen Kostenaufwand beinhaltet. Ähnliches ist in Deutschland auch Brauch, allerdings entstand auf Seiten der Deutschen plötzlich eine fast hitzige Diskussion über umweltschonende Maßnahmen in deutschen Firmen. Das ökologische Bewusstsein wird in Deutschland durchaus stetig geschult und geschärft, allerdings auch zu maßgeblich großen Anteilen aufgrund der Nachhaltigkeit und ökonomischen Effizienz. Dies ist unter Umständen ein Grund für unterschiedliches Umwelthandeln.

Ökologie Heute; mit Vitalij (Foto: Linn)

Ein weiterer Arbeitsbereich der Zentren ist das Müllaufkommen in der Stadt.Auch diesbezüglich  entstand ein angeregter Austausch, wie man mit diesen Mengen an Müll umgehen kann. Endstationen für Müll gibt es einige, allerdings sind diese in Archangelsk bald vom Platz erschöpft. Und wird der Müll dann nicht vielleicht einfach verbrannt um neu Platz für neuen zu schaffen? Doch wahr ist, dass weder diese Verbrennungen sonderlich umweltschonend sind noch dass es an Platz mangelt…

(Text: Linn)

„Der ideale Junge ist… – treibt Sport!!“

Besuch in der Schule 14, einer Schule mit verstärktem Deutschunterricht – was für ein Spaß. Schon als ich das Gebäude betreten habe und all die Schulkinder sah, habe ich gedacht, dass ich wirklich gerne noch mal „kurz“ zur Schule gehen würde! So viel los und was man alles lernt… Wir hatten das Glück bei einer tollen Lehrerin hospitieren zu dürfen und ein bisschen mit Kommunikation den Unterricht zu bereichern. In der ersten Stunde haben wir uns vorgestellt. Wir wurden begeistert und neugierig ausgefragt: „Elli, was ist dein Lieblingstier?“, „Nastja, was ist deine Lieblingsfarbe?“, „Linn, kannst du springen?“, „André, kannst du singen?“ –„Naja… singen wir lieber einfach alle gemeinsam mit Ellis Gitarre!“ Drei Chinesen mit dem Kontrabass. Dra Chanasan mat dam Kantrabass… Und auch gerne Dree Chenesen met dem Kentrebess… In der zweiten Stunde waren die SchülerInnen schon ein bisschen älter und lernten gerade Menschen zu beschreiben. Dabei sollten sie in Gruppenarbeit das ideale Mädchen, den idealen Jungen sowie die negativen Charaktereigenschaften von Mädchen und Jungen zusammentragen. Das war für uns eine sehr… naja, sagen wir herausfordernde Aufgabenstellung, die uns an eines unser Projektziele, nämlich den Kulturaustausch, erinnerte.
Es wurde gemalt, geklebt, geschrieben, geschrien, diskutiert…
Abschließend wurden die Poster vorgestellt. Und interessant waren auch die Ergebnisse, die uns dort von den klitzekleinen Leuten vorgestellt wurden:
„Der ideale Junge ist… – Türke!“
„Das ideale Mädchen ist… – kein Shopping!“
„Der ideale Junge ist… – treibt Sport!“
„Mädchen sind Heulsusen!“
„Jungs sind grob!“
„Das ideale Mädchen ist… – blond und groß, kochen!“

Jungs sind ... unentschlossen!

So ging es munter weiter und wir freuen uns schon sehr darauf, all diese frohgelaunten und wissbegierigen Jungs und Mädchen in einigen Jahren zu MediAH einzuladen um mit ihnen viele bereichernde Diskussionen zu führen, Transkultur, Identität, Intimität, kultureller Austausch, Stereotype … 🙂 Der Besuch in der Schule war jedenfalls bereichernd, toll und ich war ein ums andere Mal berührt durch die Wärme der Lehrin, wie sie mit ihren Schülerinnen und Schülern arbeitete, die Freude der Kinder an aktivem Unterricht, dem Lachen in den einzelnen Sitzreihen und die Konzentration bei Erklärungen und Wortvorstellungen. Mögen sie es beibehalten, es kann sich nur lohnen. Ich würde gerne nächstes Jahr wieder vorbeigucken. Gerne auch etwas machen, vielleicht diesmal allerdings mit etwas mehr Absprache als es leider beim Stationenlauf der Fall war. Aber alles ist besprechbar und ausbaufähig – unsere Klatschspiele und Konzepte ebenfalls.

Über Maria Wagner

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