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22. Apr 2013

Protest – Einführender Text

Verfasst von

Das diesjährige Thema von MediA-H lautet Protest. Wir werden uns in Interviews, mithilfe von Podcasts, Filmen und Fotografien mit diesem komplexen Begriff beschäftigen, um ihm die Abstraktion zu nehmen und einen künstlerischen und didaktischen Ausdruck zu finden. Dank unserer kulturell gemischten Gruppe ist es möglich, zwei verschiedene Perspektiven zu erlangen, eine deutsche und eine russische.

Dieser einführende Artikel soll nun allen Interessierten den Einstieg in das Thema erleichtern und hauptsächlich die Frage klären  „Was ist Protest eigentlich„?

Protest, ein lateinisches Wort, fasst ursprünglich die Tätigkeit

öffentlich auftreten, beweisen, öffentlich aussagen, laut verkünden

zusammen, bezeichnet heute jedoch zumeist

eine öffentliche Reaktion auf bestimmte Ereignisse oder Situationen als Bekräftigung und Unterstützung von etwas oder als Ausdruck des Widerstands, der Weigerung und Gegnerschaft .

Oft werden durch besonders provokante Aktionen die Macht und der Einfluss der Presse genutzt.  

Als Ursache von Protest gelten Unzufriedenheiten mit

      • der staatlichen Politik,
      • sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten,
      •  und religiösen Institutionen sowie
      • generell als elend, ungerecht oder aussichtslos empfundene Lebensverhältnisse.

Auch Betroffenheit von aktuellen Entwicklungen können Auslöser für Proteste sein. Das Ziel ist meist klar, z.B. wie Spiegel-Journalist Reinhard Mohr schreibt,

die Befreiung der Gegenwart aus den Fesseln der Vergangenheit

(…oder) die unstillbare Sehnsucht nach Freiheit

Streiks und Märsche sind nur ein Ausdruck von Protest. Auch Nahrungsverweigerung, Sitzblockaden und Demonstrationen sind beliebte Methoden. Zu einem Protest gehört immer öffentliche Meinungsäußerung, oft auch mit zivilem Ungehorsam verknüpft. Die sozialwissenschaftlichen theoretischen Grundlagen dazu lieferten Henry David Thoreau, John Rawls und Jürgen Habermas (vgl. Abbildung).

 Quellen:

  • Immanuel Ness (Hg) (2009): The International Encyclopedia of Revolution and Protest: 1500 to the Present. Wilson and Sons.
  • Reinhard Mohr (2009): Weltgeschichte des Protestes. Twitter und der Eros der Freiheit. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/weltgeschichte-des-protests-twitter-und-der-eros-der-freiheit-a-631440-3.html (Stand: 20/04/2012).
  • Andrea Pabst (2012): Ziviler Ungehorsam. Annäherung an einen umkämpften Begriff. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 62.

 

Über Katharina Rothe

  • Student/in
  • Ich bin Katharina, eine freie Journalistin und Deutsch als Fremdsprache-Lehrerin. Seit Oktober mache bei MediA-H mit, bin jetzt im regnerischen Archangelsk und genieße den ersten Russlandaufenthalt meines Lebens :)
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