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25. Apr 2013

Umweltaktivist Beketov gestorben

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Am 09. April 2013 ist der als Umweltaktivist und Journalist bekannt gewordene Michail Beketov im Krankenhaus durch einen Herzstillstand gestorben. Als Chefredakteur der Chimkinskaja Pravda, die eine Auflage von bis zu 10000 Stück erreichte, hatte er sich gegen den Bau einer Autobahn durch den Wald der Moskauer Vorstadt Chimki engagiert. Er wandte sich an die Öffentlichkeit, um über die ökologischen Folgen der Waldrodung aufzuklären. Unbekannte Täter überfielen ihn im Jahr 2008 vor seinem Haus und verprügelten ihn mit Basketballschlägern. Beketov war daraufhin schwer behindert. Bereits im Vorfeld erwähnte er Freunden gegenüber, dass er den Verdacht habe, verfolgt zu werden. Ein anderer Oppositioneller, der sich ebenfalls gegen die Waldrodung einsetzte, Konstantin Fetisov, wurde ebenfalls schwer am Kopf verletzt, nachdem er eine Polizeistation verlassen hatte.

Obwohl Beketov die Täter nicht erkannt hatte, beschuldigte er den Bürgermeister der Stadt Chimki, Vladimir Streltchenko, hinter dem Übergriff zu stecken. Streltchenko hatte Beketov daraufhin wegen Verleumnung verklagt. Dieser wurde zunächst für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe von 5000 Rubel verurteilt, in einem zweiten Prozess jedoch freigesprochen. Der Richter schätzte den Vorfall als verjährt ein. Die Protestaktionen schienen Wirkungen zu zeigen. Medvedev verfügte 2010 einen Baustopp, um die Vorwürfe Beketovs zu überprüfen. Die Bauarbeiten wurden wenige Monate wieder aufgenommen, jedoch mit strengen Umweltschutzauflagen. 2011 wurde er unter anderem mit dem staatlichen Preis für die schriftliche Presse für seine Arbeit ausgezeichnet.

Wie wir nun bereits öfters berichtet haben, spielt das Thema Umweltschutz in Russland nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Im Gespräch mir russischen Studierenden stellte ich jedoch auch fest, dass die Aktionen in Chimki außerhalb der Moskauer Grenzen wenig Aufmerksamkeit erhielten. Der Name Beketov scheint in Archangelsk gänzlich unbekannt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass über seinen Tod nur sehr wenige Medien berichten.

Ein Interview mit Bektov gibt es hier

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