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26. Apr 2013

mediA-H Beiträge bei der Uni-Konferenz

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Während unseres Aufenthaltes in Archangelsk fand eine wissenschaftliche Konferenz statt. Die Beiträge waren kunterbunt zusammengewürfelt und jeden Tag fanden mehrere Paneels der unterschiedlichen Fachbereiche statt. Gehalten wurden die Vorträge von Studenten, die dabei oft die Gelegenheit nutzten und ihre Diplomarbeiten vorstellten. Auch einige Teilnehmer_Innen des deutschen Teils von mediA-H beteiligten sich mit Beiträgen zum Thema Protest und wechselten sich mit zwei russischen Studierenden ab. Leider waren unter den Zuhörenden fast ausschließlich Mitglieder der mediA-H Gruppe, doch so nutzten wir die Vorträge als theoretischen Input. Insgesamt wurden vier Vorträge gehalten, auf die ich im folgenden kurz eingehen werde.

Den ersten Beiträg lieferten Marie und Leonore, die die kürzlich veröffentlichte Studie „Die neue Macht der Bürger“ vorstellten. Diese Studie beschäftigt sich mit der Frage, was Protestbewegungen motiviert.  In Auftrag gegeben wurde die Studie von bp, durchgeführt aber vom Institut für Demokratieforschung Göttingen. Ziel des Leiters der Forschungsgruppe Franz Walter war es, politikwissenschaftliche Erkenntnisse einem breiten Publikum nahe zu bringen. Dies ist ihm durchaus gelungen, auch wenn die Studie dadurch ein wenig an ihrer Wissenschaftlichkeit verliert. Wer sich einen Eindruck verschaffen mächte, der verweisen wir hiermit auf eine Leseprobe des Rowohlt-Verlages und einer Vorstellung in der Zeitung „der Freitag“.

Leseprobe (PDF)

Vorstellung in „der Freitag“

Es folgte Alexander, der uns in seinem Beitrag über die Proteste nach den russischen Parlamentswahlen 2011 viele spannende Diskussionsansätze bot. Besonders spannend war zu erfahren, dass es auch in Archangelsk eine Demo von ungefähr 1000 Demonstranten gab. Ein Student berichtete, dass ein Freund von ihm, der an der Demonstration teilgenommen hatte, am nächsten Tag zum Universitätsrektor gerufen wurde und ihm deutlich gesagt wurde, dass eine Teilnehme an den Protesten unerwünscht sei und bei einer Wiederholung eine Exmatrikulation möglich sei. Den schnell verebbenden Protest erklärten sich die russischen Teilnehmenden vor allem durch ein Informationsdefizit, da man im fast ausschließlich staatlich gelenkten Fernsehen und Radio kaum etwas über die Proteste erfuhr und potentiell kritische Medien wie das Internet bei weitem nicht alle Menschen erreichen kann.

Robert brachte uns in seinem Vortrag die Montagsdemonstrationen in Leipzig 1989 näher. Er zeigte ausführlich, was die Menschen damals antrieb, sich gegen die Regierung der DDR zu wenden und betonte unsere regionale Nähe. Obwohl Robert viele spannende Thesen anbrachte, über die man sehr gut hätte diskutieren können, fühlten sich die Studenten nach drei Vorträgen ohne Pause etwas ermüdet, so dass leider keine Diskussion zustande kam.

Im letzten Beitrag berichtete uns Katja über die zweite Welle der Frauenbewegung, die Mitte der 1960er Jahre begann. Während des Vortrages ging sie auf die Situation in Deutschland und Alice Schwarzer ein, während sich die folgende Diskussion vor allem um Geschlechterrollen in Russland drehte. Die russischen Studierenden konnten nicht verstehen, warum Männer und Frauen in Deutschland unterschiedlich bezahlt werden, da in Russland die Bezahlung ausschließlich an den Berufen orientiert ist. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele schlecht bezahlte Berufe fast ausschließlich von Frauen ausgeübt werden und so die These geäußert wurde, das die Berufe deswegen unterdurchschnittlich bezahlt werden.

 

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